Die Fledermaus

nach Johann Strauß

Neuköllner Oper

Premiere 26. Januar 2017

Zitat:

“Gehst du nach rechts, ficken dich die Wölfe.

Gehst du nach links, fickst du die Wölfe.

Gehst du geradeaus, fickst du dich selber.”

Österreichisches Sprichwort

Text:

Strauß’ lustige Fledermaus ist ein schillernder Reigen an überholten Konventionen, geschmacklosen Lügen und unseren Versuchen, sie zu umgehen. Jeder betrügt jeden und das Geheimnis der Erotik wird konsequent durch häusliche Gewalt und patriarchalen Sadismus zerstört. Auch das wundersame Happy End kann über die vielen verzweifelten Lustmaschinen dieser Operette nicht hinwegtäuschen.

Nur das rauschende Fest bei Prinz Orlofsky gibt ein Versprechen auf sündhafte Erlösung von kurzer Dauer. Ein Versprechen, das wir halten werden. Dauerhaft. Denn die pornografische Lust kennt keine Erschöpfung. Wir auch nicht.

Mit: Hrund Ósk Árnadóttir, SuJin Bae, Thorbjörn Björnsson, Magnús Hallur Jónsson, Vera Maria Kremers, Franziska Kronfoth, Gina-Lisa Maiwald, David Ristau, Nadezda Tseluykina, Wieland Lemke, Roman Lemberg, Julia Marx, Tatiana Moutchnik, Lea Søvsø

und Trio Laccasax: Andrej Lakisov Saxophon | Timofey Sattarov Akkordion | Bernd Gesell Kontrabass



Inszenierung: Julia Lwowski | Bühne & Kostüme: Yassu Yabara | 
Musikalische Leitung: Nadezda Tseluykina & Roman Lemberg


Video: Franziska Kronfoth & Martin Mallon | Dramaturgie: Maria Buzhor & Johanna Ziemer

PRESSE

“Dass etwas passiert sein muss mit der “Fledermaus” von Johann Strauß, verrät schon der dezente Hinweis “Eintritt garantiert ab 18”, mit dem die Neuköllner Oper für ihre Neuaneignung des Operettenklassikers wirbt. […]

Es wird also erotisch aufgerüstet im Hause Eisenstein, dessen zankend und korpulierend zusammenlebende Gebieter ihr Geld wohl als Anbieter entsprechender Diesntleistungen verdienen, während Kammermädchen Adele zu einer abhängig Beschäftigten mit Künstlerinnenseele mutiert, die sich Gedanken über die Ästhetik von Sade-Pornos macht. Auch im weiteren Verlauf funktioniert das neue Setting verblüffend gut: Immer wieder können ganze Abschnitte des Originals in dem ansonsten sprachlich aktualisierten und unter anderem durch herrlich genau beobachteten Partytalk erweiterten Text unverändert stehen bleiben und witzig fortwirken.

Dass die Aufführung weit mehr zu bieten hat als eine erotisierte Aktualisierung einer betulich gewordenen Operette, liegt nicht nur an der Freiheit, mit der die für Akkordeon, Saxophon, Kontrabass und Klavier arrangierte Partitur behandelt und mit anderen Stilen überblendet wird, sondern generell an der Kunst des Übergangs, den das Team auf vielen Ebenen beherrscht.”

Carsten Niemann, Tagesspiegel, 31.1.2017

“Unter den Sachen, derer sie sich auf diese Weise angenommen haben, war auch die beste Produktion, die in der Neuköllner Oper in den letzten Jahren herauskam: “Die Fledermaus”. Eine Catorfiade nach der Operette von Johann Strauß. […] Heraus kam die Traurigkeit einer Hafenballade mit Einsprengseln à la “Hausfrauenreport” der 1970er Jahre: Ein genialischer Abend, nicht zuletzt dank zweier Darstellerinnen des Orlowskys, in die man verknallt war, als man den Raum verließ.”

Fotos (c) Matthias Heyde

Fotografie, Kamera (c) Thilo Mössner

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