LULU – DIE VERSCHWENDUNG DER EHEMÄNNER

Opern-Performance in der Galerina Steiner
von Julia Lwowski und Franziska Kronfoth

Der Tod ist ein Luxus der Natur, schließlich sterben ja die ganz einfachen Lebewesen auch nicht, die haben auch keinen Sex, den anderen Luxus der Natur, sondern vermehren sich einfach so, indem sie sich teilen. Goll, Schwarz und Schön, Lulus bürgerliche Ehemänner, sterben an ihrer Frau. Ein jeder bekommt von Wedekind den Tod, der zu ihm passt: der Arzt den Schlaganfall, der Künstler den Selbstmord, der Journalist Mord oder Totschlag. Auf den ersten Blick sind sie gescheitert am ununterdrückbaren Drang, ihre Sehnsucht zu domestizieren und zu besitzen, an Paranoia und Eifersucht; auf den zweiten aber entkommen sie ihren fragwürdigen Leben durch die bloße Existenz ihrer Sehnsucht nach Intimität!

© Thilo Mössner / Ioni Laibaroes

Das •LWOWSKI•KRONFOTH•MUSIKTHEATERKOLLEKTIV begreift sich mit Bataille als diskontinuierliches Wesen, das die eigene Isolation nur durch die Erotik und durch unvermeidliche Akte der Verschwendung überwinden kann. Wer das verstanden hat, bekommt einen Glühwein, in dem Moment, in dem der Arm schon ausgeholt hat, aber die Hand noch nicht zugeschlagen.

Samstag, 7. Dezember 2013 | ab 19.30 Uhr
Vorstellungen alle 45 Minuten

mit Magdalena Motyl (Sopran), Yvonne Klamant und Gina-Lisa Maiwald (Schauspiel), Louis Bona (Viola, Arrangement), Seongyun Kim (Klavier)

Regie: Franziska Kronfoth
Ausstattung: Christina Schmitt
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