Hauen und Stechen: HORROR VACUI

3 Opern-Performances in der Galerina Steiner
Julia Lwowski und Franziska Kronfoth, Special Guest: Nika Frank

Ein Duell: Die ängstliche Macht der Leere tritt an gegen die leere Macht der Angst. Wer besiegt wen? In diesem Kampf spricht man besser von Erlösung. Die Natur kann die Leere angeblich nicht ertragen, aber sie kommt trotzdem immer wieder zu mir. Und wenn sie doch leer ist, warum kann die Leere mich schmerzen? In der Kunst ist die Leere frei. In der Luft, die ich atme, auch.

Fotos: Thilo Mössner & Ioni Laibaroes

Die Angst vor dem Nichts, der „Horror Vacui“, ist eine in dem abendländischen Denken tief verwurzelte Phobie. Die wissenschaftliche Grundlage erhielt sie bereits bei Aristoteles, der der Natur eine Vakuumvermeidung unterstellte. Die Abscheu vor dem Nichts kroch in die entferntesten Ecken der europäischen Kultur und ist dort bis heute nicht mehr wegzudenken. Der Abgrund, die gähnende Langeweile oder das All – es gibt mannigfaltige Leeren, die uns bis in unsere Alpträume jagen, uns unterhalten und nicht zuletzt der Fülle unseres Lebens einen Sinn geben.
In der Galerina Steiner ertastet „Horror Vacui“ die bedeutungsvolle Leere in einer performativen Schleife. Es wird mehrmals hintereinander gespielt. Dabei werden die Performer_Innen in den klaustrophobischen Räumlichkeiten mit Grenzen konfrontiert und fordern Momente der Ekstase. Das Lwowski Kronfoth Musiktheaterkollektiv wagt mit „Horror Vacui“ erneut ein Entlanghangeln am Abgrund des Gesangs, zu der Stunde, als der Arm schon ausgeholt, aber die Hand noch nicht zugeschlagen.

Mit: Gina-Lisa Maiwald (Schauspiel), Angela Braun (Sopran), Josef R. Drechny (Bass), Evi Filippou (Percussion), Timofei Sattarov (Akkordeon), Julia Lwowski und Franziska Kronfoth (Performance), Viktor Eichmann, Magnus Hallur Jonson, Nika Frank und Gaetan Tagnè (Männergesangsverein)
Regie: Julia Lwowski, Franziska Kronfoth | Gast: Nika Frank | Bühne und Kostüm: Günter Hans Wolf Lemke, Adrian Ganea, Christina Schmitt | Dramaturgie: Maria Buzhor

Freitag, 5. Juni 2015 | ab 19.00 Uhr
Vorstellungen alle 70 Minuten bis ca. 24.00 Uhr