Die böse Miene zum guten Spiel – Eine heidnische Matthäuspassion

Hauen und Stechen 13 in der Galerina Steiner

Meine Passion ist in den Bach gefallen. Frühlingsriten und Osterbräuche erzählen von Auferstehung und Wiedergeburt, vom Sterben um neuzuwerden, so wie die menschlichen und tierischen Opfer der Bibel zum Pessachfest. Opfer. Wir streichen unsere Türen mit ihrem Blut rot, damit das Unglück an uns vorübergeht. Der Hase ist das Tier der Fruchtbarkeit, das Tier, das sich in der Erde inkarniert. Wir folgen ihm in seinen Bau und vermehren uns wie die Kaninchen, teilen unsere Körper und ihre Flüssigkeiten, und das ist nicht rein christlich gemeint, sondern vielleicht ein universeller ritueller Vorgang aller Mythen und der Kunst.

Fotos: Thilo Mössner & Ioni Laibaroes

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Das letzte Loch, Volume 2

Ausstellung kuratiert von Thilo Mössner
Vernissage am 11.12.2015 im Keller der Galerina Steiner
Performances von Julia Lwowski und Franziska Kronfoth

Hemmungslosigkeit fördert den Einfallsreichtum: Denn der einzige Teil des Körpers, der nicht altert, ist die Zunge.
Sie ist die Klitoris des Gehirns. Selbst auf dem Sterbebett kann man noch eine Zunge ausstrecken, die so frisch und rosig ist wie ein von Tau benetztes, rosafarbenes Blütenblatt.

Fotos: Ioni Laibaroes

Ein Jedermann trifft sich mit der Porno-Industrie zum Stelldichein, im Separee kommen wir uns ganz nah, mit Live Musik, moderiert von Ihrem Galeristen, gespielt von Ihrem Nachbarn oder Ihnen selbst und dem Model, das von der Karriere als Pornstar träumt. Es werden wieder einmal Träume verkauft, die Deinigen, Meinigen, Ihrigen, Unsrigen.

Begleitet wird die Ausstellung von 2 Performances von Franziska Kronfoth und Julia Lwowski, diesmal ganz ohne Titel, dafür mit 20 Prozent mehr Inhalt.
Mit dabei: Gina-Lisa Maiwald, Ludwig Obst und Roman Lemberg. Überwachungsvideo von Martin Mallon.
Lassen Sie sich verwöhnen, das Ganze natürlich garniert mit Drinks und Tricks.

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Hauen und Stechen: HORROR VACUI

3 Opern-Performances in der Galerina Steiner
Julia Lwowski und Franziska Kronfoth, Special Guest: Nika Frank

Ein Duell: Die ängstliche Macht der Leere tritt an gegen die leere Macht der Angst. Wer besiegt wen? In diesem Kampf spricht man besser von Erlösung. Die Natur kann die Leere angeblich nicht ertragen, aber sie kommt trotzdem immer wieder zu mir. Und wenn sie doch leer ist, warum kann die Leere mich schmerzen? In der Kunst ist die Leere frei. In der Luft, die ich atme, auch.

Fotos: Thilo Mössner & Ioni Laibaroes

Die Angst vor dem Nichts, der „Horror Vacui“, ist eine in dem abendländischen Denken tief verwurzelte Phobie. Die wissenschaftliche Grundlage erhielt sie bereits bei Aristoteles, der der Natur eine Vakuumvermeidung unterstellte. Die Abscheu vor dem Nichts kroch in die entferntesten Ecken der europäischen Kultur und ist dort bis heute nicht mehr wegzudenken. Der Abgrund, die gähnende Langeweile oder das All – es gibt mannigfaltige Leeren, die uns bis in unsere Alpträume jagen, uns unterhalten und nicht zuletzt der Fülle unseres Lebens einen Sinn geben.
In der Galerina Steiner ertastet „Horror Vacui“ die bedeutungsvolle Leere in einer performativen Schleife. Es wird mehrmals hintereinander gespielt. Dabei werden die Performer_Innen in den klaustrophobischen Räumlichkeiten mit Grenzen konfrontiert und fordern Momente der Ekstase. Das Lwowski Kronfoth Musiktheaterkollektiv wagt mit „Horror Vacui“ erneut ein Entlanghangeln am Abgrund des Gesangs, zu der Stunde, als der Arm schon ausgeholt, aber die Hand noch nicht zugeschlagen.
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Man muss nicht alles vermeiden, was man nicht verträgt.

Hauen und Stechen 11 in der Galerina Steiner
von Julia Lwowski

Seltsame Dinge geschehen hier. Waren es die Gelüste der Unschuldigen oder die Erlösungssehnsucht der Verdammten? Zeigt das Kippbild die Nixe oder die Hexe? Cherchez la femme! sagt der russische Ausdruck für das Rätselhafte.

Das •LWOWSKI•KRONFOTH•MUSIKTHEATERKOLLEKTIV steckt seine mehrköpfige Unersättlichkeit erneut mitten in das spukende Labor der Entscheidung. Dort ist der Grad zwischen Schuld und Unschuld, Vergnügen und Mord ein schmaler. Das skrupellose Sezieren zeigt, wie der Arm schon ausgeholt hat, aber die Hand noch nicht zugeschlagen.

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Hauen und Stechen: HOKUS POKUS LUPUS

3 Opern-Performances in der Galerina Steiner
von Julia Lwowski und Franziska Kronfoth
Special Guest: Michael Höppner

Da heult der Wolf: Cosimas Geburtstag, ein musikalisches Geschenk und ein unerwarteter Gast zu Weihnachten 1870 im Hause Wagner. Goebbels, Hitler, Germania und eine Geburt 1945 im Führerbunker. „Die Heilige Familie“ collagiert Texte (Cosima und Richard Wagner, Heiner Müller) und Musiken (Richard Wagner, Paul Hindemith) zu einem Melodram aus dem Keller der deutschen Geschichte. Der Opernregisseur Michael Höppner ist mit dieser Arbeit speziell und zum ersten Mal zu Gast bei Hauen und Stechen.

© Thilo Mössner / Ioni Laibaroes

Doch auch das •LWOWSKI•KRONFOTH•MUSIKTHEATERKOLLEKTIV schläft nicht und es gibt Überraschungen! Welche? Ich weiß es nicht, sagen Lulu und Tristan. Macht denn mich das zu einem Menschen, Bescheid zu wissen über meine Seele, über Liebe, Treue, Wahrheit, oder bin ich doch … ein Wolf? Vielleicht, jedenfalls gibt es Alternativen! Die Zeiten stehen günstig, die schon mal ausgerotteten Wölfe werden nicht mehr verfolgt. Es ist eben, als wenn sich der Wolf zum Schaf gesellte, wenn ein Gottloser sich zum Frommen gesellet, sagt Jesus Sirach, aber: Wolf und Schaf sollen beieinander weiden, sagt Jesaja über die Verheißung der neuen Erde. Homo homini lupus – der Mensch ist dem Menschen ein Wolf – in dem Moment, in dem der Arm schon ausgeholt hat, aber die Hand noch nicht zugeschlagen.

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LULU – DIE VERSCHWENDUNG DER EHEMÄNNER

Opern-Performance in der Galerina Steiner
von Julia Lwowski und Franziska Kronfoth

Der Tod ist ein Luxus der Natur, schließlich sterben ja die ganz einfachen Lebewesen auch nicht, die haben auch keinen Sex, den anderen Luxus der Natur, sondern vermehren sich einfach so, indem sie sich teilen. Goll, Schwarz und Schön, Lulus bürgerliche Ehemänner, sterben an ihrer Frau. Ein jeder bekommt von Wedekind den Tod, der zu ihm passt: der Arzt den Schlaganfall, der Künstler den Selbstmord, der Journalist Mord oder Totschlag. Auf den ersten Blick sind sie gescheitert am ununterdrückbaren Drang, ihre Sehnsucht zu domestizieren und zu besitzen, an Paranoia und Eifersucht; auf den zweiten aber entkommen sie ihren fragwürdigen Leben durch die bloße Existenz ihrer Sehnsucht nach Intimität!

© Thilo Mössner / Ioni Laibaroes

Das •LWOWSKI•KRONFOTH•MUSIKTHEATERKOLLEKTIV begreift sich mit Bataille als diskontinuierliches Wesen, das die eigene Isolation nur durch die Erotik und durch unvermeidliche Akte der Verschwendung überwinden kann. Wer das verstanden hat, bekommt einen Glühwein, in dem Moment, in dem der Arm schon ausgeholt hat, aber die Hand noch nicht zugeschlagen.

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Hauen und Stechen BIBELSTUNDE

Opern-Performances in der Galerina Steiner
von Julia Lwowski und Franziska Kronfoth

Die Vorlage für Julia Lwowskis synästhetisches Opernexperiment ist die traurige Geschichte von Kain und Abel, einem der rätselhaftesten Texte der Bibel. Die Strafe Kains ist die Verbannung und das Erleiden ewiger Schmerzen. Franziska Kronfoth setzt ihre Arbeit über Wedekind, Berg und Godard fort. Lulu und Nana wissen, dass sie sterben müssen, sie sehen ihren Tod im Traum, im Kino. Unter Annahme dieser Bedingung gehen sie ihren Weg, dessen letzte Station die Liebe ist.

© Thilo Mössner / Ioni Laibaroes

Das •LWOWSKI•KRONFOTH•MUSIKTHEATERKOLLEKTIV zeigt am kommenden Samstag mit BIBELSTUNDE die vorerst letzte Episode von Hauen und Stechen für dieses Jahr. In neuen Räumen und nach altem Prinzip: Gespielt wird mehrmals hintereinander, kurz und heftig und immer für ein begrenztes Publikum. Diesmal sind die Folgen unvermeidlich, auch wenn die Zeit anhält und immer wiederkehrt: in dem Moment, in dem der Arm schon ausgeholt hat, aber die Hand noch nicht zugeschlagen.

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Hauen und Stechen FESTSPIELE

Julia Lwowski und Franziska Kronfoth
3 Opern-Performances

Das •LWOWSKI•KRONFOTH•MUSIKTHEATERKOLLEKTIV lädt mit Hauen und Stechen am 2. Juli zu einem ganz besonderen Abend ein: 3 Performances und eine Videoinstallation zum Mitmachen. Gespielt wird mehrmals hintereinander, kurz und heftig und immer für ein begrenztes Publikum. Als Gastgeschenk bringt die Bühnenbildnerin und frisch gebackene Meisterschülerin Huang Hsuan ihre Performance über Schnittke, Kafka und die austronesischen Sprachen in die Galerina Steiner.

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Und weil es so schön war, gibt es eine Wiederaufnahme des spektakulären Doppelabends vom Mai: Franziska Kronfoth inszeniert eine Exposition ihrer Forschung über die Frauen mit den komischen Namen und lädt dafür deren Bruder John Dovanni ein. Julia Lwowski ruft in einem Akt der Bilderverehrung die Geister der Vergangenheit wach. Durch den Abend führt die Percussionistin Ni Fan und exerziert süchtig immer wieder: den Moment, an dem der Arm schon ausgeholt hat, aber die Hand noch nicht zugeschlagen.

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Lulus russische Kindheit oder Wie Nana das Sprechen lernte

Franziska Kronfoth
Performance zu LULU/NANA

Die Performancereihe Hauen und Stechen geht in die zweite Runde und bleibt ihrem Konzept treu: Gespielt wird mehrmals hintereinander, kurz und heftig und immer für ein begrenztes Publikum. Am 9. Juni zeigen wir eine neue Arbeit über Lulu/Nana, diesmal mit Julia Lwowski als Performerin in der Hauptrolle. Lulus russische Kindheit, oder: wie Nana das Sprechen lernte. Was die drei Musketiere damit zu tun haben, das erfahren Sie: in dem Moment, an dem der Arm schon ausgeholt hat, aber die Hand noch nicht zugeschlagen.

© Thilo Mössner / Ioni Laibaroes

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LULU/NANA: Exposition

E.D.

Julia Lwowski und Franziska Kronfoth
2 Opern-Performances mit Ni Fan und Gästen

Kleine Keller, enge Wohnungen. Leben und Tod, vor allem Tod! Vor allem Leben! Die Sehnsucht kommt leichtfüßig und singt ganz laut! Kann ich endlich mal rankommen an die da auf dem Ofen? Und wie geht es dem Mädchen mit dem blauen Gymnastikanzug? Es flüstert: «Das Huhn ist ein Tier mit einem Inneren und einem Äußeren. Zieht man das Äußere ab, bleibt das Innere übrig. Zieht man das Innere ab, bekommt man die Seele zu Gesicht!»

© Thilo Mössner / Ioni Laibaroes

Die Performancereihe Hauen und Stechen geht in die zweite Runde und bleibt ihrem Konzept treu: Gespielt wird mehrmals hintereinander, etwa eine halbe Stunde und immer für ein begrenztes Publikum. Diesmal gibt es gleich zwei kurze, aber feine Musiktheaterstücke: Franziska Kronfoth inszeniert die Exposition ihrer ausufernden Forschung über Frauen mit komischen Namen: Lulu und Nana. Julia Lwowski ruft in einem Akt der Bilderverehrung die Geister der Vergangenheit wach. Diesmal führt die Percussionistin Ni Fan durch den Doppelabend und exerziert wie süchtig immer wieder: den Moment, an dem der Arm schon ausgeholt hat, aber die Hand noch nicht zugeschlagen.

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Dämonen

Franziska Kronfoth
Performance mit Magdalena Motyl und Gästen

Warum bin ich denn so seltsam ruhig? Der neue Berliner Fortsetzungsroman ist in Musik gegossen und live: In der Intimität des Kellers vermodern Parallelwelten von Räumen und Figuren, Klackern von Schuhen, Kratzen auf der Herdplatte, Knirschen von Sandkörnern. Passiert das hier wirklich? Kann ich so schnell noch denken? Wird mir das wehtun? Und warum bin ich so seltsam ruhig?

© Thilo Mössner / Ioni Laibaroes

In der Performancereihe von Julia Lwowski und Franziska Kronfoth gibt es jede Woche ein neues, kurzes aber feines Musiktheaterstück. Gespielt wird mehrmals hintereinander, nur eine Viertelstunde und immer für ein begrenztes Publikum. Die Opernsängerin Magdalena Motyl empfängt für jede Aufführung neue Gäste und sucht mit ihnen: den Moment, an dem der Arm schon ausgeholt hat, aber die Hand noch nicht zugeschlagen.

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Ohne Titel (No. 2)

Julia Lwowski
Performance mit Magdalena Motyl und Gästen

Warum bin ich denn so seltsam ruhig? Der neue Berliner Fortsetzungsroman ist in Musik gegossen und live: In der Intimität des Kellers vermodern Parallelwelten von Räumen und Figuren, Klackern von Schuhen, Kratzen auf der Herdplatte, Knirschen von Sandkörnern. Passiert das hier wirklich? Kann ich so schnell noch denken? Wird mir das wehtun? Und warum bin ich so seltsam ruhig?

© Thilo Mössner / Ioni Laibaroes

In der Performancereihe von Julia Lwowski und Franziska Kronfoth gibt es jede Woche ein neues, kurzes aber feines Musiktheaterstück. Gespielt wird mehrmals hintereinander, nur eine Viertelstunde und immer für ein begrenztes Publikum. Die Opernsängerin Magdalena Motyl empfängt für jede Aufführung neue Gäste und sucht mit ihnen: den Moment, an dem der Arm schon ausgeholt hat, aber die Hand noch nicht zugeschlagen.

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Ohne Titel (No. 1)

Julia Lwowski
Performance mit Magdalena Motyl und Gästen

Warum bin ich denn so seltsam ruhig? Der neue Berliner Fortsetzungsroman ist in Musik gegossen und live: In der Intimität des Kellers vermodern Parallelwelten von Räumen und Figuren, Klackern von Schuhen, Kratzen auf der Herdplatte, Knirschen von Sandkörnern. Passiert das hier wirklich? Kann ich so schnell noch denken? Wird mir das wehtun? Und warum bin ich so seltsam ruhig?

© Thilo Mössner / Ioni Laibaroes

In der Performancereihe von Julia Lwowski und Franziska Kronfoth gibt es jede Woche ein neues, kurzes aber feines Musiktheaterstück. Gespielt wird mehrmals hintereinander, nur eine Viertelstunde und immer für ein begrenztes Publikum. Die Opernsängerin Magdalena Motyl empfängt für jede Aufführung neue Gäste und sucht mit ihnen: den Moment, an dem der Arm schon ausgeholt hat, aber die Hand noch nicht zugeschlagen.

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